Eine Plattform, die Lehrkräfte befähigt statt überfordert.

FAIRPAYER Digital

Maßnahmen

Projektkern

Eine digitale Plattform, die finanzielle Bildung so aufbereitet, dass sie im Schulalltag tatsächlich stattfindet. Ohne zusätzliche Belastung für Lehrkräfte, und trotzdem mit maximaler didaktischer Qualität im Hintergrund.

FAIRPAYER Digital ist die Webplattform, mit der sich Lehrkräfte mit wenigen Klicks flexibel, differenziert, rechtssicher und werbefrei Materialien erstellen und diese in ihren Unterricht einbinden können. Mit DSCHOY konnten wir FAIRPAYER Digital technisch und grafisch so umsetzen, wie wir es uns für dieses Großprojekt gewünscht haben.
Christiane Bernuth

Ausgangslage

Finanzielle Bildung ist gesellschaftlich relevant, im Schulalltag aber kaum systematisch verankert. Viele Lehrkräfte haben weder die Zeit noch die fachliche Sicherheit, um das Thema verständlich und zielgruppengerecht zu vermitteln. Bestehende Lösungen griffen zu kurz: zu generisch, zu aufwändig, zu weit vom realen Unterricht entfernt.

Die Ausgangssituation war widersprüchlich:

Ein wachsender Bedarf auf Schülerseite und ein System, das Lehrkräfte im Alltag oft eher zusätzlich belastet als unterstützt.

Die zentrale Frage lautete daher:

Wie schafft man ein System, das nicht mehr Komplexität erzeugt, sondern sie konsequent reduziert?

Genau hier setzt FAIRPAYER Digital an – gewachsen aus den Erfahrungen mit FAIRPAYER School, einer von uns entwickelten digitalen Workshopbegleitung, die gezeigt hatte, was möglich ist und was noch fehlt.

Ziel

Ziel war ein Werkzeug, das Lehrkräfte in die Lage versetzt, mit wenigen Klicks eine vollständige Unterrichtsstunde zu erstellen, ohne Vorbereitung, ohne Vorkenntnisse.

Dabei ging es um mehr als Effizienz:

Die strategische Ambition:

Eine Plattform, die im Hintergrund hochkomplex ist und sich im Nutzungserlebnis radikal einfach anfühlt.

Vorgehen

Der gesamte Entwicklungsprozess wurde konsequent von der Nutzung her gedacht. Nicht: Was ist technisch möglich? Sondern: Was braucht eine Lehrkraft in einer konkreten Unterrichtssituation, vor allem unter Zeitdruck?

Daraus entstand ein klarer Grundsatz: Technologie folgt Usability.
Bereits zu Beginn wurden unterschiedliche Nutzerrealitäten berücksichtigt:

Diese Perspektiven bestimmten die gesamte Systemlogik, von der User Experience über das User Interface bis zur technischen Architektur.

Rund drei Monate nach Projektstart wurde ein interaktiver Klick-Dummy mit realen Lehrkräften validiert. Die Feldstudie lieferte konkrete, messbare Erkenntnisse über Nutzungserwartungen und Schmerzpunkte, die direkt in Architektur und UX eingeflossen sind.

Umsetzung

Rollenlogik & Systemaufbau

Ein System, drei Rollen, klare Logik. Die Plattform vereint drei vollständig unterschiedliche Nutzungskontexte in einem System:

Funktionales Herzstück

Der Lehrerbereich – Lehrkräfte starten in ihrem persönlichen Dashboard mit direktem Zugriff auf vorbereitete und bereits gehaltene Lerneinheiten. Über den Übungskatalog lassen sich einzelne Übungen gezielt heraussuchen und direkt einsetzen.

Für eine vollständige Lerneinheit steht der SmartPilot bereit. Mit wenigen Klicks und der Auswahl von Zielgruppe, Anspruchsniveau, Zeitumfang und übergeordnetes Thema wird automatisch ein komplettes, aufeinander abgestimmtes Paket zusammengestellt:

Eine Lerneinheit kann somit analog, digital oder hybrid gehalten werden, ganz im Ermessen der Lehrkraft. Denn Zugänglichkeit darf nicht von der Ausstattung des Klassenzimmers abhängen.

Datenmodell & Entwicklung

Technologie im Hintergrund, Nutzbarkeit im Vordergrund. Im Zentrum steht ein hochkomplex relationales Datenmodell auf Basis von PostgreSQL, das Themen, Unterthemen, Übungen, Materialien, Schwierigkeitsstufen, Zielgruppen und Nutzerrollen in einem durchgängig strukturierten Abhängigkeitsgefüge abbildet. Was für Nutzer wie ein einfacher Klick wirkt, basiert technisch auf einer Vielzahl dynamischer Abhängigkeiten und Regeln.

Die gesamte Architektur folgt einem konsequenten API-First-Ansatz:

Frontend, Backend und Verwaltungslogik kommunizieren ausschließlich über diese definierten APIs.

Skalierbarkeit & Betrieb

Die Infrastruktur läuft cloud-native auf AWS mit Kubernetes-Orchestrierung:

Eine CI/CD-Pipeline mit automatisierten Tests und Zero-Downtime-Releases stellt sicher, dass jede Änderung sauber qualitätsgesichert in den Livebetrieb überführt wird.

Das Ergebnis:

Backend

Die Verwaltungsoberfläche für Redakteur:innen und Administrator:innen ist ebenso durchdacht wie der Lehrerbereich. Sie umfasst:

Komplex in der Funktion, einfach in der Bedienung.

UX-Prinzip

UX-getriebene Entwicklung, bedeutete hier: Komplexität verlagern und für die Nutzenden unsichtbar machen.

Das zentrale UX-Ziel:

Daraus entstanden zentrale Funktionen wie:

Komplexität wurde also nicht reduziert, sie wurde verlagert. Vom Frontend ins System.

Kuratiert, nicht generiert.

Alle Inhalte sind fachlich und didaktisch von Fachleuten kuratiert und nicht von Algorithmen. In einem Markt, in dem KI-generierter Content zur Norm wird, ist das eine klare Positionierung: Qualität vor Quantität, Verlässlichkeit vor Volumen.

Wirkung & Ergebnis

FAIRPAYER Digital ist seit Januar 2026 live und wird kontinuierlich erweitert.

Die Wirkung zeigt sich auf mehreren Ebenen:

Vor allem aber hat sich eines verändert:

Die Hürde, finanzielle Bildung im Unterricht umzusetzen, ist praktisch verschwunden.

Der Mut-Moment

Nicht die schnellste Lösung. Sondern die bestmögliche.

Dieses Projekt hatte von Anfang an keine Vorlage. Kein vergleichbares Portal, keine Blaupause, nichts, woran man sich hätte orientieren können. Alles musste neu gedacht werden.

UNITYED e.V. hat das gewusst und sich trotzdem festgelegt. Das Vertrauen in das Team blieb auch dann bestehen, wenn Konzepte noch abstrakt waren, technische Entscheidungen sich noch nicht anfassen ließen und frühe Phasen mehr Fragen als Antworten hatten. Kein fertiges Bild, kein Referenzprojekt, kein sicherer Boden. Und trotzdem: volle Rückendeckung.

Auf unserer Seite war Mut, die eigene Überzeugung durchzuhalten: dass eine intuitive, technologisch moderne Plattform der einzig richtige Weg ist. Wir haben keine Abkürzungen genommen. Weder in der Konzeption noch in der Technologieentscheidung.

Das bedeutete:

Mut war hier also keine Eigenschaft einer Seite. Er war das Fundament der Zusammenarbei und lag in der Entscheidung, keine Abkürzungen zu nehmen.

Insights & Fazit

Dieses Projekt zeigt:

Und vielleicht das Wichtigste:

Die beste Technologie ist die, die man nicht bemerkt, aber die alles verändert.